Diagnoodle Blog > Geräte > LensHooke X3 Pro vs. SQA-iO
Hinweis: Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an medizinische Fachkreise. Keine Rechts- oder Abrechnungsberatung.
Wer ein kompaktes Spermienanalysegerät für die Praxis sucht, landet in der Endauswahl häufig beim Vergleich LensHooke X3 Pro vs. SQA-iO. Beide sind bewusst als schlanke Point-of-Care-Analyzer für die Basisdiagnostik positioniert, nicht als vollausgestattete Laborsysteme. Genau deshalb ist der Vergleich fair: Es treten zwei Geräte derselben Klasse gegeneinander an, die dieselbe Aufgabe über zwei unterschiedliche Technologien lösen.
Dass die Ejakulatanalyse überhaupt ins eigene Haus gehört, ist dabei mehr als eine Komfortfrage. Ein eigenes Point-of-Care-Gerät liefert das Ergebnis im selben Termin, spart Probentransport und Wartezeit, hält Wertschöpfung und Patientenbindung in der Praxis und gibt Ihnen die Kontrolle über die Präanalytik. Gerade bei planbar wiederkehrendem Bedarf, z.B. der Vasektomie-Nachsorge, rechnet sich die In-house-Lösung häufig schneller, als es der Blick auf den Anschaffungspreis vermuten lässt. Ob und ab wann sich das für Ihre Einrichtung lohnt, statt weiter ins Labor einzusenden, zeigt der Beitrag Spermiogramm in der Praxis anbieten: Wann es sich lohnt. Erst wenn diese Grundsatzfrage bejaht ist, stellt sich die Gerätewahl und damit dieser Vergleich.
Wenn Sie noch vor der grundsätzlichen Frage „automatisiert oder manuell?” stehen, lohnt vorab der Beitrag Mikroskop vs. CASA in der Praxis. Geht es um den Wechsel von einem bestehenden System, hilft die Checkliste zum Gerätewechsel.
Der wichtigste Unterschied liegt nicht in einer einzelnen Kennzahl, sondern im Messprinzip und das prägt alles Weitere.
Der LensHooke X3 Pro (Bonraybio) erfasst die Probe nativ bildbasiert: Eine Kamera nimmt die Spermien direkt auf, ein KI-gestützter Algorithmus wertet Konzentration, Motilität und Morphologie aus der Videosequenz aus. Der Befund basiert auf einem tatsächlichen Bild der Probe und ist damit visuell nachvollziehbar.
Der SQA-iO (Medical Electronic Systems) misst elektrooptisch: Spermien bewegen sich durch einen Lichtstrahl im optischen Block, die entstehenden Lichtveränderungen werden in elektrische Signale umgewandelt, die proprietäre Algorithmen in Parameter übersetzen. Das Verfahren ist sehr schnell und seit Jahren etabliert, liefert die Kernwerte aber aus einem umgerechneten Signal statt aus einer direkten Einzelzell-Bildanalyse. Eine Bildansicht der Probe ist beim SQA-iO nur über optionales Zubehör (Visualisierungseinheit SQA-Vu) möglich, nicht als Grundlage der Kernmessung.
Genau diese Differenz – native Bildauswertung gegenüber Signalumrechnung – ist der Faktor, den unser CASA-Überblick als unterschätztes Kaufkriterium beschreibt. Für Praxen, die Befundtransparenz priorisieren, ist das Messprinzip der eigentliche Entscheidungspunkt.
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Der LensHooke X3 Pro deckt die WHO-2021-Kernparameter standalone ab: Konzentration, progressive und Gesamtmotilität, Immotilität, Morphologie sowie pH-Wert und Rundzellen, alles aus einer Einweg-Kassette in ein bis zwei Minuten, ausgegeben als strukturierter PDF-Befund direkt am Gerät. pH und Rundzellen sind dabei Teil desselben Ablaufs, kein separater Testschritt.
Der SQA-iO liefert nach WHO-6.-Standard Konzentration, Motilität inklusive rapid/slow/non-progressiver Aufschlüsselung, normale Morphologie, Geschwindigkeit (Velocity) und Summenwerte in rund 75 Sekunden über eine web-basierte Oberfläche. Zwei Dinge, die beim LensHooke im Kassetten-Read enthalten sind, kommen beim SQA-iO über Zusätze: pH und Leukozyten über die separaten WBC/pH-Teststreifen des SQA-iO-Testkits, eine visuelle Probenansicht über die optionale Visualisierungseinheit SQA-Vu. Der Analyzer selbst rechnet seine Kernwerte aus dem elektrooptischen Signal; Bildansicht und pH/Leukozyten sind ergänzende Komponenten, nicht Bestandteil der automatisierten Kernmessung.
| Parameter | LensHooke X3 Pro | SQA-iO |
|---|---|---|
| Konzentration | ✓ | ✓ |
| Motilität (inkl. Progressivität) | ✓ | ✓ (rapid/slow/non-progressive) |
| Morphologie | ✓ | ✓ |
| pH-Wert | ✓ | ✓ (via WBC/pH-Teststreifen) |
| Rundzellen | ✓ | teilw. (Leukozyten via Teststreifen) |
| Bildansicht der Probe | ✓ (nativ, bildbasiert) | nur mit SQA-Vu (optional) |
| Geschwindigkeitskinetik (Velocity) | – (nicht als Standardausgabe) | ✓ |
| DNA-Fragmentierung | – (dediziertes Gerät: LensHooke X12) | – (halbautomatisch nur im SQA-Vision, via Software/DFI-Kit) |
| Vitalität / volle Differenzialmorphologie | – | – (halbautomatisch nur im SQA-Vision) |
In der reinen Basisdiagnostik sind die Kernsets damit weitgehend gleichauf, mit unterschiedlichen Akzenten: Der LensHooke bündelt pH und Rundzellen in einem standalone Kassetten-Workflow, der SQA-iO punktet mit feinerer Motilitätsaufschlüsselung und Geschwindigkeitskinetik und deckt pH/Leukozyten sowie Bildansicht über seine Zusatzkomponenten ab.
Beide Systeme sind deutlich schneller als die manuelle Mikroskopie, unterscheiden sich aber im Detail.
Analysezeit: Der reine Messzyklus ist beim SQA-iO mit rund 75 Sekunden kürzer als beim LensHooke (ein bis zwei Minuten). Diese Zahl beschreibt aber nur den Analysedurchlauf, nicht den fertigen Befund. Der LensHooke liefert in seiner Zeit den vollständigen, bildbasierten Befund direkt und standalone als strukturiertes PDF – alles in einem Schritt auf dem Gerät. Beim SQA-iO liegen nach den 75 Sekunden die Zahlenwerte vor, ausgegeben über die web-/app-basierte Oberfläche. Der Sekundenvorsprung im Zyklus und die Frage, was am Ende unmittelbar und in einem Schritt vorliegt, sind also zwei verschiedene Dimensionen.
Probenaufnahme: LensHooke nutzt eine Einweg-Testkassette (zwei Tropfbereiche, u. a. separates pH-Fenster), der SQA-iO eine Einweg-Messkapillare. Beide Verbrauchsmaterialien sind gerätespezifisch.
Bedienoberfläche: Der SQA-iO ist web-basiert und app-gestützt. Der LensHooke gibt den bildbasierten Befund direkt als strukturiertes PDF aus.
Formfaktor: Beide sind kompakt und für den Point-of-Care-Einsatz mit begrenztem Laborplatz konzipiert.
Für die reine Handhabung ist beides praxistauglich; die Wahl hängt weniger am Formfaktor als an Messprinzip, Bedienlogik und Parameterakzent.
Hier ist Fairness angebracht: Die beiden Systeme stehen an unterschiedlichen Punkten ihres Lebenszyklus.
Medical Electronic Systems (MES) mit Sitz in den USA (Kalifornien), israelischen Ursprungs, entwickelt automatisierte Spermienanalysatoren seit über zwei Jahrzehnten und verfügt über eine große Installationsbasis (nach Herstellerangaben über 4.000 Systeme in mehr als 40 Ländern) und eine umfangreiche Studienhistorie; die SQA-Technologie diente wiederholt als Vergleichs-/Prädikatgerät. Der SQA-iO ist die kompakte, web-basierte Ausprägung dieser etablierten Signaltechnologie.
Hinter dem LensHooke steht Bonraybio, ein 2016 gegründeter Hersteller aus Taichung (Taiwan), spezialisiert auf KI-gestützte, bildbasierte Spermienanalyse, vom Basisgerät über die DNA-Fragmentierung bis zur Spermienseparation, nach Herstellerangaben in rund 50 Ländern zugelassen. Als jüngere KI-Generation ist der LensHooke in unabhängigen, peer-reviewten Studien gegen die manuelle Analyse validiert – stark bei der Konzentration, mit den bei POCT üblichen Grenzen bei Motilität und Morphologie (Erfahrungsbericht).
Wichtig für beide Geräte: So verlässlich die Konzentrationsmessung im regulären Bereich ist, die definitive Azoospermie-/RNMS-Entscheidung nach Vasektomie liegt darunter, an bzw. unter der unteren Nachweisgrenze automatisierter POCT-Systeme. Für den sicheren Nachweis von Azoospermie oder nur seltenen unbeweglichen Spermien (RNMS, ≤ 100.000/ml) bleibt daher die mikroskopische Beurteilung der (ggf. zentrifugierten) Probe der Referenzschritt, unabhängig vom Gerät. Details dazu im Beitrag Vasektomie-Nachkontrolle in der Praxis.
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In Deutschland gilt für beide Systeme derselbe Rahmen: CE-gekennzeichnete In-vitro-Diagnostika, RiliBÄK-Pflicht für die Ejakulatdiagnostik (interne Qualitätskontrolle, Ringversuche) und dokumentierte Einweisung nach MPBetreibV bei jeder Neuanschaffung. Die Regulatorik ist damit kein Unterscheidungsmerkmal, sie fällt bei beiden Geräten an.
Bei den Kosten entscheidet nicht der Listenpreis allein, sondern die Gesamtrechnung aus Anschaffung, Verbrauchsmaterial (Kassette bzw. Kapillare) pro Analyse, optionalem QC-Kit und Support. Da beide Geräte in der kompakten POCT-Klasse liegen, ist die Preisstruktur grundsätzlich vergleichbar; Details hängen von Modellvariante, Mengen und Distributor ab. Für den LensHooke lassen sich Konditionen unverbindlich über das Transparency-Partner-Profil auf Diagnoodle anfragen. Zur abrechnungsseitigen Einordnung siehe Spermiogramm abrechnen: GOÄ & EBM.
| Kriterium | LensHooke X3 Pro | SQA-iO |
|---|---|---|
| Hersteller | Bonraybio, Taiwan | Medical Electronic Systems, USA (Kalifornien) |
| Messprinzip | Nativ bildbasiert, KI-gestützte CASA | Elektrooptisch (Signalverfahren) |
| Befundtransparenz | Direkte Bildauswertung | Aus Signal umgerechnet; Bild nur via SQA-Vu (optional) |
| Analysezeit | 1–2 Minuten | ca. 75 Sekunden |
| WHO-Standard | 2021 (6. Auflage) | 6. Auflage |
| Zusätzliche Kernwerte | pH, Rundzellen (nativ, in Kassette) | Geschwindigkeitskinetik, feine Motilitätsklassen |
| Probenformat | Einweg-Kassette | Einweg-Kapillare |
| Oberfläche | Standalone + PDF-Befund | Web-basiert / App |
| DNA-Fragmentierung | Nein (dediziertes Gerät LensHooke X12) | Nein (nur halbautomatisch im SQA-Vision) |
| Klasse | Kompaktes POCT-Basisgerät | Kompaktes POCT-Basisgerät |
Da beide Geräte dieselbe Klasse und denselben Einsatzzweck bedienen: die andrologische Basisdiagnostik am Point of Care, typischerweise Vasektomie-Nachsorge und Kinderwunsch-Basisabklärung –, entscheidet die Gewichtung einzelner Eigenschaften, nicht eine pauschale Rangfolge.
Der LensHooke X3 Pro passt, wenn Ihnen eine native, visuell nachvollziehbare Befundbasis wichtig ist und Sie pH und Rundzellen direkt mit abgedeckt haben möchten, alles in einem kompakten Kassetten-Workflow mit strukturiertem PDF. Für Praxen, die Wert auf Bildtransparenz und die aktuelle WHO-2021-Kernauswertung legen, ist das der naheliegende Fit.
Der SQA-iO passt, wenn Sie den schnellsten Testzyklus (rund 75 Sekunden), einen web-/app-basierten Workflow und die Geschwindigkeitskinetik priorisieren und die lange Marktreife der SQA-Signaltechnologie schätzen. Eine Bildansicht der Probe erfordert allerdings das optionale SQA-Vu-Zubehör.
Braucht die Praxis mittelfristig erweiterte Andrologie (DNA-Fragmentierung, Vitalität), führt das bei beiden über das Basisgerät hinaus, wie oben beschrieben über das dedizierte, automatisierte LensHooke X12 bzw. den halbautomatischen SQA-Vision. Für die reine Basisdiagnostik bleiben LensHooke X3 Pro und SQA-iO die direkt vergleichbaren Optionen.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. LensHooke X3 Pro und SQA-iO sind vergleichbare POCT-Systeme, unterscheiden sich jedoch in ihrer Technologie und ihren Schwerpunkten. Entscheidend sind die Anforderungen Ihrer Einrichtung, insbesondere Workflow, Parameterbedarf und Budget.
Wer Wert auf eine bildbasierte, transparente Auswertung mit WHO-2021-Kernparametern legt, ist mit dem LensHooke X3 Pro gut beraten. Wer eine besonders kurze Testzeit sowie einen webbasierten Workflow mit detaillierter Motilitätsanalyse bevorzugt, findet im SQA-iO die passendere Lösung. Beide erfüllen in Deutschland die gleichen regulatorischen Anforderungen.
Beide korrelieren in Studien gut mit der manuellen Spermienanalyse. Der eigentliche Unterschied liegt weniger in „genauer/ungenauer” als im Messprinzip: Der LensHooke wertet nativ bildbasiert aus, der SQA-iO rechnet elektrooptische Signale in Parameter um. Für die Konzentration zeigt der LensHooke in Vergleichsstudien eine besonders hohe Übereinstimmung; der SQA-iO steht in der Tradition der langjährig validierten SQA-Signaltechnologie, die auf hohe Präzision und Reproduzierbarkeit ausgelegt ist.
Nein, der LensHooke X3 Pro macht keine DNA-Fragmentierung, dafür gibt es bei Bonraybio den LensHooke X12, ein eigenständiges Gerät mit bildbasierter SCD-Analyse. Auch der SQA-iO liefert selbst keine DNA-Fragmentierung; bei MES erfolgt sie im größeren, ebenfalls eigenständigen SQA-Vision, dort halbautomatisch über dessen slide-basiertes Visualisierungssystem und ein separates DFI-Kit (SCD-Methode). Bei keinem der beiden kompakten Basisgeräte ist die DNA-Fragmentierung also ein Geräteergebnis.
Bildbasiert (LensHooke) heißt: Der Befund entsteht aus einer direkten Kamera-/Videoauswertung der Spermien und ist visuell nachvollziehbar. Elektrooptisch (SQA-iO) heißt: Bewegungssignale werden über Lichtmessung erfasst und per Algorithmus in Parameter umgerechnet, sehr schnell, aber ohne native Einzelzell-Bildbasis für die Kernwerte (eine Bildansicht ist nur über das optionale SQA-Vu möglich).
Für den Screen auf motile Spermien sind beide automatisierten Systeme geeignet. Für die definitive Azoospermie-/RNMS-Entscheidung stoßen beide an ihre Nachweisgrenze; hier bleibt die mikroskopische Kontrolle der (ggf. zentrifugierten) Probe der Referenzschritt.
Ja. Die Ejakulatdiagnostik ist unabhängig vom eingesetzten System RiliBÄK-pflichtig; interne Qualitätskontrollen und Ringversuche sind für beide verpflichtend, ebenso die Einweisung nach MPBetreibV.
Die Konditionen sind bei beiden Geräten modell- und mengenabhängig. Am bequemsten holen Sie sich über die herstellerunabhängige Plattform Diagnoodle für beide Systeme ein unverbindliches Angebot ein und können die Konditionen dann direkt nebeneinander vergleichen, ohne Umweg über die einzelnen Herstellerwebsites.
Quantitative Sofortdiagnostik für die urologische Praxis: PSA-Vorsorge, Hormondiagnostik sowie Entzündungs- und Vitaminstatus aus Vollblut, Serum oder Plasma.
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Die bereitgestellten Informationen sind ausschließlich für medizinisches Fachpersonal bestimmt. Sie dienen der neutralen, unabhängigen Information über Produkte und Studien im Bereich der In-vitro-Diagnostik. Eine individuelle Beratung oder Empfehlung erfolgt nicht. Alle Inhalte werden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit oder Richtigkeit. Einige Artikel enthalten Bilder und Videos von Transparency Partnern. Diese Anbieter ermöglichen Diagnoodle direkten Zugang zu ihren Geräten, so entstehen eigenständige Aufnahmen, die Fachpersonal eine fundierte Produkteinschätzung ermöglichen. Die Partnerschaft ist kostenpflichtig; die redaktionellen Inhalte entstehen davon unabhängig.
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