Hinweis: Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an medizinische Fachkreise.
TSH ist in der Regel der erste Laborwert bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung. Zeigt sich ein auffälliger Befund, folgen häufig fT4 und gegebenenfalls fT3, um die Schilddrüsenfunktion genauer einzuordnen. Werden diese Werte direkt in der Praxis gemessen, entfällt die Wartezeit bis zum Eintreffen externer Laborergebnisse.
Bei erhöhtem oder erniedrigtem TSH helfen fT4-Werte dabei, zwischen latenten und manifesten Schilddrüsenfunktionsstörungen zu unterscheiden.
Ist TSH supprimiert, während fT4 im Referenzbereich liegt, kann zusätzlich ein fT3-Test Hinweise auf eine T3-dominante Hyperthyreose liefern.
Bei Patientinnen und Patienten unter Schilddrüsentherapie können Kontrollwerte direkt im Termin besprochen werden.
Unklare Befundkonstellationen erfordern weiterhin eine weiterführende Labor- oder fachärztliche Diagnostik.
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| Kriterium | Laborversand | fT4-Test am Point of Care |
|---|---|---|
| Ergebnis | meist am Folgetag | noch während des Termins |
| Befundbesprechung | Anruf oder Folgetermin | im selben Termin |
| Probe | venöse Blutentnahme, Versand | patientennah, ohne Versand |
| Parameterumfang | gesamtes Schilddrüsenprofil inkl. Antikörper | TSH, fT4, je nach Gerät fT3 |
| Kosten | pro Auftrag | Gerät plus Test pro Messung |
Stand Oktober 2026.
Für die Schilddrüsendiagnostik kommen nur quantitative Verfahren infrage. Daher lohnt sich bei der Auswahl eines Systems ein genauer Blick auf einige praktische Aspekte.
1. Verfügbare Schilddrüsenparameter
Nicht jedes Gerät bietet die vollständige Kombination aus TSH, fT4 und fT3. Wer möglichst viele Fragestellungen direkt in der Praxis bearbeiten möchte, sollte auf die verfügbare Parameterbreite achten.
2. Weitere Tests auf derselben Plattform
Ein Multiparameter-System kann wirtschaftlich attraktiver sein, wenn neben Schilddrüsenwerten auch andere Analysen wie CRP, Vitamin D oder Hormonparameter durchgeführt werden können.
3. Probenmaterial und Messdauer
Je einfacher sich die Probe in den Praxisablauf integrieren lässt, desto besser. Je nach System kommen Vollblut, Kapillarblut, Serum oder Plasma infrage.
4. Dokumentation und Datenübertragung
Wichtig sind ausreichende Speicherkapazitäten und Möglichkeiten zur Anbindung an die Praxissoftware.
5. Qualitätssicherung
Vor einer Anschaffung sollte geprüft werden, wie Kontrollmessungen, Dokumentation und Anforderungen nach RiliBÄK umgesetzt werden.
Leistungsdaten wie Messbereiche oder Vergleichsstudien zur Labormethode finden sich in den jeweiligen Produktinformationen.
Auf Diagnoodle sind derzeit fünf Systeme gelistet, die fT4 quantitativ am Point of Care messen. Zwei davon bestimmen zusätzlich fT3. Alle sind Multiparameter-Systeme, auf denen weitere Immunoassays laufen.
| Gerät | Hersteller | fT4 | fT3 |
|---|---|---|---|
| Immu F6 | Medcaptain | ✓ | ✓ |
| concile DUO Reader | concile | ✓ | ✓ |
| FastPack IP | Qualigen | ✓ | – |
| Standard F2400 | SD Biosensor | ✓ | – |
| Standard F200 | SD Biosensor | ✓ | – |
Quelle: Diagnoodle-Produktseiten, Stand Oktober 2026. Testmenüs können regional variieren.
Mit einem fT4-Test am Point of Care lassen sich auffällige Schilddrüsenwerte bereits während des Patiententermins einordnen. Das kann insbesondere bei erhöhtem oder erniedrigtem TSH sowie bei Verlaufskontrollen unter Therapie den Ablauf vereinfachen. Für Antikörperbestimmungen, Spezialparameter und komplexe Befundkonstellationen bleibt das Labor weiterhin unverzichtbar. Mehrere POCT-Systeme ermöglichen heute die quantitative Messung von fT4, deutlich weniger bieten zusätzlich einen fT3-Test an. Wer die Stufendiagnostik aus TSH, fT4 und fT3 direkt in der Praxis abbilden möchte, sollte daher zunächst auf das verfügbare Testmenü achten. Darüber hinaus spielen Faktoren wie Probenmaterial, Messdauer, zusätzliche Parameter und die praktische Umsetzung der Qualitätssicherung bei der Geräteauswahl eine wichtige Rolle.
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