Diagnoodle Blog > Geräte > Hämatologie System
Hinweis: Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an medizinische Fachkreise.
Wer ein Hämatologie System für eine Arztpraxis, ein MVZ, eine Pflegeeinrichtung oder eine andere medizinische Einrichtung anschaffen möchte, sollte nicht nur Analyseparameter und Gerätepreis vergleichen. Für den tatsächlichen Einsatz sind ebenso Verbrauchsmaterialien, Software, Service, Qualitätssicherung und die laufenden Kosten relevant.
Ein Hämatologie System ist deshalb mehr als das eigentliche Analysegerät. Erst das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten entscheidet darüber, ob die Lösung zum Probenaufkommen, zu den vorhandenen Arbeitsabläufen und zum Budget einer Einrichtung passt.
In dieser Checkliste zeigen wir, welche Fragen Sie vor der Anschaffung eines Hämatologie Systems mit einem Anbieter klären sollten.
Im Mittelpunkt steht das Hämatologie-Analysegerät, mit dem beispielsweise Parameter des Blutbildes bestimmt werden. Für den Routinebetrieb werden jedoch weitere Komponenten benötigt.
Zu einem Hämatologie System können insbesondere gehören:
Analysegerät
Reagenzien, Kartuschen und weitere Verbrauchsmaterialien
Kontrollmaterialien
Software zur Auswertung und Befunddarstellung
Schnittstellen zur vorhandenen IT-Infrastruktur
Wartung und technischer Support
Einweisung und Schulung des Personals
Lösungen und Prozesse für die Qualitätssicherung
Welche Gerätearten zur Verfügung stehen und wie sich verschiedene Lösungen unterscheiden, erläutern wir ausführlicher in unserem Beitrag zum Hämatologie-Analysegerät.
Bei einem Angebotsvergleich sollte daher nicht ausschließlich der Preis des Analysegeräts betrachtet werden. Entscheidend ist, welche Leistungen und laufenden Kosten mit dem gesamten Hämatologie System verbunden sind.
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Eine der wichtigsten Größen bei der Auswahl ist das tatsächliche Probenvolumen.
Eine kleine Arztpraxis mit wenigen Blutbildern pro Tag hat andere Anforderungen als ein größeres MVZ oder eine Einrichtung mit kontinuierlichem Probenaufkommen. Dabei ist nicht nur die maximale Analysekapazität des Geräts relevant.
Zu prüfen sind beispielsweise:
durchschnittliche Anzahl der Analysen pro Tag
Schwankungen des Probenaufkommens
benötigte Differenzierung des Blutbildes
Zeit bis zum Ergebnis
erforderliche Probenmenge
Haltbarkeit angebrochener Reagenzien
mögliche Mindestabnahmemengen
Gerade bei geringem Testvolumen können Verbrauchsmaterialien und deren Haltbarkeit einen erheblichen Einfluss auf die tatsächlichen Kosten pro Analyse haben.
Ein wichtiger Unterschied zwischen Hämatologie Systemen liegt in der Art der Verbrauchsmaterialien. Neben klassischen Systemen, die mit Reagenzien aus größeren Gebinden arbeiten, gibt es Hämatologie Systeme mit Single-Use-Kartuschen. Bei diesen befindet sich das für eine einzelne Messung benötigte Verbrauchsmaterial je nach System weitgehend oder vollständig in einer Einwegkartusche.
Reagenzienbasierte Hämatologie Systeme sind insbesondere aus dem klassischen Laborbetrieb bekannt. Die benötigten Reagenzien werden aus Flaschen oder anderen Gebinden dem Analyseprozess zugeführt und für eine Vielzahl von Messungen verwendet. Bei regelmäßigem und höherem Probenaufkommen kann dieses Konzept wirtschaftlich attraktiv sein. Für die Kostenbetrachtung sind jedoch unter anderem Gebindegröße, Haltbarkeit nach Anbruch, Verbrauch pro Messung und mögliche Reagenzienverluste relevant.
Hämatologie Systeme mit Single-Use-Kartuschen verfolgen ein anderes Konzept: Für einzelne Analysen werden vorkonfektionierte Kartuschen eingesetzt. Dadurch lässt sich der Verbrauch stärker einzelnen Tests zuordnen. Das kann insbesondere bei niedrigem oder unregelmäßigem Probenaufkommen interessant sein, weil die Wirtschaftlichkeit weniger von angebrochenen Reagenziengebinden abhängen kann. Gleichzeitig sollte der Preis pro Kartusche beziehungsweise pro Analyse genau mit einem reagenzienbasierten System verglichen werden.
Welche Variante besser geeignet ist, hängt deshalb stark vom Einsatzprofil ab. Eine Praxis mit wenigen Blutbildern pro Woche kann andere Prioritäten haben als ein MVZ oder Labor mit kontinuierlichem Probendurchsatz. Beim Vergleich eines Hämatologie Systems sollten daher nicht nur Gerätepreis und Kosten pro Test auf dem Papier betrachtet werden, sondern auch Probenvolumen, Haltbarkeit, Verwurf und tatsächlicher Verbrauch.
Ein Hämatologie System muss nicht zwangsläufig klassisch gekauft werden. Je nach Hersteller und Anbieter können unterschiedliche Vertrags- und Finanzierungsmodelle zur Verfügung stehen.
Beim Kauf entsteht zunächst eine höhere Investition, während das Gerät anschließend der Einrichtung gehört. Leasing- oder Mietmodelle verteilen die Kosten dagegen über einen längeren Zeitraum und können die Investitionsplanung vereinfachen.
Daneben gibt es Lösungen, bei denen die Kosten stärker an die tatsächliche Nutzung gekoppelt sind. Solche Modelle können insbesondere bei geringerem oder schwankendem Probenaufkommen interessant sein.
Bei der Entscheidung sollte deshalb nicht nur die monatliche Rate oder der Kaufpreis verglichen werden.
Entscheidend sind die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer.
Dazu können unter anderem gehören:
Anschaffung beziehungsweise Leasing- oder Mietkosten
Reagenzien und Kartuschen
Kontrollmaterial
Wartung
Software- und Lizenzgebühren
Schnittstellen
Schulungen
Serviceverträge
gegebenenfalls Mindestabnahmen
Bei bestimmten kompakten oder kartuschenbasierten Lösungen können andere Kostenstrukturen entstehen als bei klassischen Laborgeräten. Mehr dazu finden Sie auch in unserem Beitrag zum tragbaren Blutbildgerät.
Ein günstiger Anschaffungspreis bedeutet nicht automatisch niedrige Gesamtkosten.
Vor dem Kauf eines Hämatologie Systems lohnt es sich deshalb, die Kosten pro durchgeführter Analyse möglichst realistisch zu kalkulieren.
Eine einfache Frage an den Anbieter lautet:
Welche Gesamtkosten entstehen bei unserem erwarteten Probenvolumen pro Jahr?
Dabei sollten auch Kosten berücksichtigt werden, die nicht unmittelbar auf dem Angebotspreis des Geräts erscheinen.
Besonders relevant sind Reagenzienverluste. Müssen beispielsweise Gebinde nach einer bestimmten Zeit verworfen werden, kann ein theoretisch niedriger Testpreis bei geringem Probenaufkommen in der Praxis deutlich höher ausfallen.
Bei einem Hämatologie System mit Single-Use-Kartuschen stellt sich die Kostenfrage anders: Hier sollten insbesondere der Preis pro Kartusche, die Lagerfähigkeit, mögliche Mindestbestellmengen und die Anzahl tatsächlich durchgeführter Analysen berücksichtigt werden. Ein direkter Vergleich von „Preis pro Reagenz“ und „Preis pro Kartusche“ greift daher zu kurz. Aussagekräftiger sind die realistischen Gesamtkosten pro auswertbarer Patientenprobe beim erwarteten Probenvolumen.
Für einen sinnvollen Vergleich sollten Anbieter daher möglichst auf Basis desselben angenommenen Jahresvolumens kalkuliert werden.
Viele Hämatologie Systeme sind für die Verwendung bestimmter Reagenzien, Kartuschen oder anderer Verbrauchsmaterialien des jeweiligen Herstellers ausgelegt.
Eine solche Systembindung ist nicht automatisch ein Nachteil. Sie kann unter anderem standardisierte Abläufe und eine aufeinander abgestimmte Kombination aus Gerät und Verbrauchsmaterial ermöglichen.
Für die wirtschaftliche Bewertung entstehen daraus jedoch wichtige Fragen:
Welche Verbrauchsmaterialien dürfen beziehungsweise müssen verwendet werden?
Gibt es Mindestabnahmemengen?
Wie lange sind Reagenzien nach dem Öffnen haltbar?
Wie werden Preisänderungen während der Vertragslaufzeit geregelt?
Wie lange soll das Verbrauchsmaterial für das betreffende Gerätemodell verfügbar bleiben?
Diese Punkte können die Gesamtkosten eines Hämatologie Systems über mehrere Jahre stärker beeinflussen als Unterschiede beim ursprünglichen Gerätepreis.
Ein weiterer Punkt, der bei der Geräteauswahl leicht unterschätzt wird, ist die IT-Integration.
Messwerte müssen nicht nur erzeugt, sondern auch dokumentiert und in bestehende Prozesse integriert werden.
Vor der Anschaffung sollte daher geklärt werden, welche Schnittstellen das Hämatologie System unterstützt und wie Ergebnisse in die vorhandene IT-Landschaft übertragen werden können.
Fragen Sie insbesondere:
Welche Schnittstellen werden unterstützt?
Ist eine Anbindung an die vorhandene Praxis- oder Laborsoftware möglich?
Entstehen dafür einmalige oder laufende Kosten?
Sind zusätzliche Softwarelizenzen erforderlich?
Können mehrere Geräte oder Standorte gemeinsam verwaltet werden?
Wie werden Software-Updates bereitgestellt?
Gerade bei einem späteren Ausbau können Lizenz- und Schnittstellenmodelle relevant für die Gesamtkosten werden.
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Heute reicht möglicherweise ein einzelnes Gerät. In einigen Jahren kann sich die Situation jedoch verändert haben.
Das gilt besonders für wachsende Praxen, MVZ-Strukturen und Einrichtungen mit mehreren Standorten.
Bei der Auswahl eines Hämatologie Systems kann es deshalb sinnvoll sein, bereits vor dem Kauf zu klären, ob sich weitere Geräte später integrieren lassen.
Interessant sind beispielsweise folgende Fragen:
Können mehrere Geräte zentral verwaltet werden?
Können verschiedene Standorte auf eine gemeinsame Lösung zugreifen?
Wie werden zusätzliche Geräte lizenziert?
Müssen Mitarbeitende für jedes Gerät neu geschult werden?
Lassen sich Ergebnisse standortübergreifend auswerten oder verwalten?
Nicht jede Einrichtung benötigt diese Funktionen. Wer Wachstum oder zusätzliche Standorte plant, sollte die Skalierbarkeit jedoch frühzeitig berücksichtigen.
Auch regulatorische und qualitätssichernde Anforderungen sollten bereits bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.
Welche Anforderungen konkret gelten, hängt unter anderem vom Einsatzgebiet, dem jeweiligen Verfahren und dem Standort der medizinischen Einrichtung ab.
Für Einrichtungen in Deutschland spielt insbesondere die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK) eine wichtige Rolle. Darüber hinaus sollten die für das Produkt geltenden europäischen regulatorischen Anforderungen und Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Vor dem Kauf sollte daher geklärt werden:
Welche Dokumentation stellt der Hersteller bereit?
Welche Maßnahmen sind vor Aufnahme des Routinebetriebs erforderlich?
Welche Kontrollmaterialien werden benötigt?
Welche Anforderungen bestehen an die interne Qualitätssicherung?
Sind externe Qualitätssicherungsmaßnahmen beziehungsweise Ringversuche relevant?
Unterstützt der Anbieter bei Installation, Einweisung und Inbetriebnahme?
Die konkreten Pflichten sollten für das jeweilige Verfahren und die jeweilige Einrichtung geprüft werden.
Weitere Aspekte zum Einsatz in niedergelassenen Einrichtungen erläutern wir im Beitrag Blutbildgerät für die Praxis.
Ein Hämatologie System kann für die täglichen Abläufe einer Einrichtung eine zentrale Rolle spielen. Deshalb sollte vor Vertragsabschluss geklärt werden, was bei einem technischen Problem passiert.
Nicht nur die Kosten eines Servicevertrags sind relevant, sondern auch dessen konkrete Leistungen.
Wichtige Fragen sind:
Zu welchen Zeiten ist der technische Support erreichbar?
Welche Reaktionszeiten werden zugesagt?
Ist Remote-Support möglich?
Wie läuft eine Reparatur ab?
Wird bei längeren Ausfällen ein Ersatzgerät bereitgestellt?
Welche Wartungen sind erforderlich?
Sind Wartungen im Vertrag enthalten?
Welche zusätzlichen Kosten können entstehen?
Ein vermeintlich günstigeres System kann wirtschaftlich weniger attraktiv sein, wenn längere Ausfallzeiten oder zusätzliche Servicekosten entstehen.
Ein weiterer Bestandteil der Kaufentscheidung ist die Frage, wie Mitarbeitende auf das neue System vorbereitet werden.
Das betrifft insbesondere Einrichtungen, in denen das Gerät nicht ausschließlich von erfahrenem Laborpersonal bedient wird.
Vor Vertragsabschluss sollte geklärt sein:
Welche Einweisung ist im Angebot enthalten?
Findet sie vor Ort oder digital statt?
Wie viele Mitarbeitende können teilnehmen?
Gibt es Schulungsunterlagen?
Was passiert bei Personalwechsel?
Sind spätere Schulungen kostenpflichtig?
Eine einfache Bedienung kann ein wichtiges Auswahlkriterium sein – sie ersetzt jedoch nicht die für den jeweiligen Einsatz erforderliche Einweisung und Qualifikation.
Bevor Sie sich für ein Hämatologie System entscheiden, sollten Sie folgende Punkte mit dem Anbieter klären:
Bei der Auswahl eines Hämatologie Systems sollte der Blick über die technischen Daten des Analysegeräts hinausgehen. Für die langfristige Wirtschaftlichkeit sind vor allem Testvolumen, Verbrauchsmaterialien, Vertragsbedingungen, Software, Schnittstellen, Service und Qualitätssicherung relevant. Deshalb empfiehlt es sich, verschiedene Angebote auf Grundlage derselben Anforderungen und desselben erwarteten Probenvolumens miteinander zu vergleichen. So lässt sich besser beurteilen, welches Hämatologie System nicht nur technisch geeignet ist, sondern auch zu den wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen der jeweiligen Einrichtung passt.
Ein Hämatologie System ist eine Lösung zur Durchführung hämatologischer Untersuchungen, die neben dem eigentlichen Analysegerät weitere für den Betrieb erforderliche Komponenten umfassen kann. Dazu zählen beispielsweise Reagenzien oder Kartuschen, Software, Kontrollmaterialien, Schnittstellen sowie Service- und Schulungsleistungen.
Die Kosten hängen unter anderem von Gerätekategorie, Analysenumfang, Probenvolumen, Vertragsmodell und Verbrauchsmaterialien ab. Neben dem Anschaffungspreis sollten deshalb insbesondere die laufenden Kosten pro Analyse sowie Wartungs-, Software- und Servicekosten berücksichtigt werden.
Das hängt von den Anforderungen und dem erwarteten Probenaufkommen der Einrichtung ab. Neben Kauf und Leasing können je nach Anbieter auch Miet- oder nutzungsabhängige Modelle verfügbar sein. Für einen Vergleich sollten die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer betrachtet werden.
Zu den wichtigsten Kriterien gehören der benötigte Analysenumfang, das Probenvolumen, die laufenden Kosten, Verbrauchsmaterialien, Software und Schnittstellen, Herstellerbindung, Service, Skalierbarkeit sowie die Anforderungen an Qualitätssicherung und Dokumentation.
Bei reagenzienbasierten Hämatologie Systemen werden Reagenzien aus größeren Gebinden für mehrere Analysen verwendet. Bei Systemen mit Single-Use-Kartuschen kommt für einzelne Messungen eine vorkonfektionierte Einwegkartusche zum Einsatz. Welches Konzept wirtschaftlich besser passt, hängt unter anderem vom Probenaufkommen, den Kosten pro Analyse, der Haltbarkeit der Verbrauchsmaterialien und möglichem Verwurf ab.
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