BGA-Gerät: Welches System passt zu Klinik, Praxis und Rettungsdienst?

Fachinformation für medizinisches Fachpersonal · Autor und fachliche Prüfung: Diagnoodle Redaktion · Stand: Oktober 2026

Kurzfassung: Welches BGA-Gerät passt, entscheidet vor allem das Probenaufkommen. Benchtop-Systeme mit Mehrtest-Kassette sind bei vielen Messungen pro Tag am günstigsten pro Ergebnis. Unit-use-Systeme mit Einzeltest-Kartusche rechnen sich bei wenigen Messungen und dort, wo das Gerät mit zum Patienten muss. Mobile Geräte kosten in der Anschaffung oft 4.000–9.000 € und 4–12 € pro Test. Tischgeräte (Benchtop) kosten ca. 15.000 € und liegen bei guter Auslastung um 1 € pro Test. Ebenso wichtig wie der Preis sind Parameterumfang, Probenvolumen, Hämolyseerkennung, Qualitätskontrolle, IT-Anbindung und die Abrechnung in Ihrer Einrichtung.
Ein BGA-Gerät wird in der Regel über viele Jahre genutzt. Umso wichtiger ist die Wahl eines Systems, das zum tatsächlichen Probenaufkommen, den benötigten Parametern und den Abläufen vor Ort passt. Dieser Leitfaden zeigt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, damit neben dem Anschaffungspreis auch die laufenden Kosten pro Messergebnis stimmen.

Was misst ein BGA-Gerät?

Zum Standardumfang eines BGA-Geräts gehören die Blutgasparameter pH, pCO₂ und pO₂. Deutlichere Unterschiede zeigen sich bei den zusätzlich verfügbaren Messgrößen: Je nach System können beispielsweise Elektrolyte, Metabolite oder weitere klinisch relevante Parameter direkt mitbestimmt werden. Das Messspektrum ist daher eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines BGA-Geräts.
GruppeParameterRelevant für
BlutgasepH, pCO₂, pO₂ (gemessen)Oxygenierung, Ventilation, Säure-Basen-Status
Säure-Basen-StatusHCO₃⁻, Standardbikarbonat, Base Excess (berechnet)metabolischer Anteil einer Störung
CO-OxymetriesO₂, Gesamt-Hämoglobin, COHb, MetHbRauchgas- und CO-Vergiftung, Methämoglobinämie
HämatokritHkt, meist über die LeitfähigkeitTransfusions- und Volumenentscheidungen
ElektrolyteNa⁺, K⁺, iCa²⁺, Mg²⁺, Cl⁻Rhythmusstörungen, Dialyse, Anionenlücke
MetaboliteLaktat, Glukose, teils Kreatinin, Harnstoff, BilirubinSepsis, Stoffwechselentgleisung, Nierenfunktion, Neugeborenen-Ikterus
Achten Sie bei den Angaben im Datenblatt auf die genaue Definition der Parameter. So kann sich hinter der Sauerstoffsättigung je nach Hersteller entweder die fraktionelle sO₂ verbergen, die Dyshämoglobine berücksichtigt, oder die funktionelle sO₂, die diese nicht einbezieht. Ein genauer Blick auf die Spezifikationen hilft, Messwerte verschiedener BGA-Geräte korrekt einzuordnen.

Welche Arten von BGA-Geräten gibt es?

MerkmalBenchtop mit Mehrtest-KassetteUnit-use-System (Einzeltest-Kartusche)Tragbares Gerät für die Präklinik
Typischer OrtIntensivstation, Notaufnahme, OP, LaborStation, Notaufnahme, PraxisRettungsdienst, Hausbesuch, Transport
Probenaufkommenhochniedrig bis mitteleinzelne Messungen
Parameterumfangbreit, oft mit CO-Oxymetrieje nach Kartusche wählbarmeist Blutgase, Elektrolyte, Laktat
Kosten pro Testniedrig bei Auslastungmittel bis hochmittel bis hoch
Wartungregelmäßig, automatisierte Kalibrierunggeringgering, Akku und Robustheit prüfen
StärkeDurchsatz, Spektrum, Kosten pro Ergebniskein Verwurf bei LeerlaufDiagnostik am Einsatzort
Typischer HakenKassette läuft ab, auch wenn wenig gemessen wirdKartuschen teils gekühlt zu lagernTemperatur im Fahrzeug, Kartuschenlogistik

Die drei Gerätearten im Kurzüberblick:

  • Benchtop-Systeme: Sensoren und Reagenzien befinden sich in einer Kartusche oder Kassette, die über mehrere Wochen im Gerät verbleibt. Das System ist dauerhaft betriebsbereit und für regelmäßige Messungen ausgelegt.

  • Unit-use-Systeme: Die Sensoren sind in der Einwegkartusche integriert. Dadurch bleiben die Geräte kompakt und wartungsarm. Für jede Messung wird jedoch eine neue Kartusche benötigt.

  • Tragbare Systeme: Mobile Geräte arbeiten meist nach dem Unit-use-Prinzip und sind für den Betrieb mit Akku ausgelegt.

Eine Übersicht verfügbarer Systeme finden Sie auf Diagnoodle in den Kategorien mobile BGA-Geräte und stationäre BGA-Geräte.

Welches Gerätekonzept passt zu welchem Einsatzbereich?

EinsatzbereichWas besonders zähltTypisches Konzept
Intensivstation, AnästhesieDurchsatz rund um die Uhr, CO-Oxymetrie, Laktat, Anbindung an die PatientenakteBenchtop
NotaufnahmeTempo, viele wechselnde Anwender, Schutz vor Hämolyse-Fehlbefunden beim KaliumBenchtop oder mehrere Unit-use-Geräte
OP und Herzchirurgieionisiertes Calcium, Hämoglobin; Leitfähigkeits-Hämatokrit kann bei Herz-Lungen-Maschine und großen Infusionsmengen abweichenBenchtop in OP-Nähe
Nephrologie, DialyseKalium, Bikarbonat; bei Citrat-Antikoagulation weichen Geräte beim ionisierten Calcium nach dem Filter teils voneinander abBenchtop oder Unit-use
Neonatologie, Pädiatriekleines Probenvolumen, kapilläre Proben, Neugeborenen-BilirubinBenchtop mit Bilirubin oder Unit-use
Hausarzt- und Pneumologiepraxiseinzelne Messungen, Verlaufskontrollen, z. B. bei COPDUnit-use
Rettungsdienst, PräklinikAkku, Robustheit, Start in Sekunden, Lagerung der Kartuschentragbares Unit-use-System
Im Krankenhaus übernimmt häufig das Zentrallabor die Qualitätssicherung dezentral eingesetzter BGA-Geräte. Deshalb sollte es früh in die Auswahl und Einführung eingebunden werden, auch wenn das Gerät später auf einer Station betrieben wird.

BGA-Gerät in der Hausarzt- und Pneumologiepraxis

In Arztpraxen werden Blutgasanalysen meist anlassbezogen durchgeführt, zum Beispiel:

  • bei akuter Luftnot

  • zur Verlaufskontrolle bei COPD

  • zur Beurteilung der Indikation einer Langzeit-Sauerstofftherapie in der Pneumologie

Mit einem eigenen BGA-Gerät liegt das Ergebnis sofort vor. Zusätzliche Termine, Überweisungen oder stationäre Abklärungen können dadurch teilweise vermieden werden. Bei wenigen Messungen pro Woche sind Unit-use-Systeme oft wirtschaftlicher. Benchtop-Geräte spielen ihre Vorteile vor allem bei regelmäßigem und planbarem Probenaufkommen aus.

Für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung reicht der reine Gerätepreis nicht aus. Entscheidend sind die tatsächlichen Kosten pro verwertbarem Messergebnis. Dazu zählen Verbrauchsmaterialien, Qualitätskontrollen, verfallene Kartuschen oder Reagenzien sowie der erforderliche Zeitaufwand. Bei Unit-use-Systemen liegen Testkosten und Vergütung häufig nahe beieinander. Ob sich ein System rechnet, hängt daher oft davon ab, welche Abläufe sich dadurch verkürzen oder vermeiden lassen.

BGA-Gerät im Rettungsdienst

Im Rettungsdienst liefert eine Blutgasanalyse zusätzliche Informationen, die mit Pulsoxymetrie oder Kapnografie nicht verfügbar sind. Dazu gehören unter anderem Kalium, Laktat, Glukose und Parameter des Säure-Basen-Haushalts.

Vor der Anschaffung eines BGA-Geräts sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Gerät: Akkulaufzeit, Startzeit, Robustheit, Befestigung im Fahrzeug, zulässiger Betriebstemperaturbereich sowie Möglichkeiten zur Dokumentation und Datenübertragung bei der Patientenübergabe.

  • Kartuschen: Lager- und Einsatzbedingungen im Fahrzeug, Haltbarkeit außerhalb gekühlter Umgebungen sowie die Verteilung auf einzelne Wachen, um Materialverluste durch Verfall zu vermeiden.

  • Parameterumfang: Nicht jedes mobile System unterstützt beispielsweise eine CO-Oxymetrie zur Bestimmung von COHb bei Rauchgasexposition.

  • Organisation: Ärztliche Leitung und Träger frühzeitig einbinden. Messindikationen und Zuständigkeiten in einer Verfahrensanweisung festlegen. Verantwortlichkeiten für die Qualitätssicherung nach RiliBÄK klären.

Eine separate Vergütung für die einzelne Messung ist im Rettungsdienst üblicherweise nicht vorgesehen. Die Kosten werden in der Regel über den jeweiligen Träger finanziert.

Kaufkriterien: Worauf es bei der Auswahl ankommt

Parameterumfang: Entscheidend ist nicht die Anzahl der verfügbaren Messgrößen, sondern ob das System die Parameter bereitstellt, die im Versorgungsalltag tatsächlich benötigt werden. Zusätzliche Messwerte können separate Laboranforderungen überflüssig machen. Gleichzeitig erhöhen ungenutzte Parameter bei manchen Geräten die laufenden Kosten.

Messaufkommen: Wie viele Blutgasanalysen fallen pro Tag an? Berücksichtigen Sie dabei auch Nacht-, Wochenend- und Spitzenzeiten. Das tatsächliche Probenaufkommen ist ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung zwischen Benchtop- und Unit-use-Systemen.

Probenvolumen und kapilläre Proben: In der Neonatologie und Pädiatrie ist das erforderliche Mindestprobenvolumen oft ein zentrales Auswahlkriterium. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind hier zum Teil erheblich. Wenn kapilläre Proben eingesetzt werden, etwa in der Praxis, Pädiatrie oder Pneumologie, sollten Sie folgende Punkte prüfen:

  • Kann das Gerät Proben direkt aus der Kapillare verarbeiten oder wird zusätzliches Zubehör benötigt?

  • Reicht das vorgesehene Kapillarvolumen für die Messkartusche aus?

  • Lässt sich kapilläres Blut im Befund eindeutig kennzeichnen?

pH und pCO₂ aus arterialisiertem Kapillarblut stimmen meist gut mit arteriellen Messwerten überein. Beim pO₂ fallen die Werte dagegen häufig niedriger aus, insbesondere im höheren Messbereich. Mehr dazu im Beitrag Kapilläre BGA.

Hämolyse und Bedienunterstützung: Hämolysen treten insbesondere in Notaufnahmen und auf Intensivstationen regelmäßig auf und können einzelne Parameter, vor allem Kalium, verfälschen. Fragen Sie deshalb nach integrierten Hämolyse-Indikatoren und Funktionen zur Unterstützung einer korrekten Probenhandhabung.

Bedienung im Alltag: Wird das Gerät von vielen Mitarbeitenden genutzt, gewinnen eine übersichtliche Benutzeroberfläche, klare Fehlermeldungen und eine strukturierte Anwenderverwaltung an Bedeutung.

IT-Anbindung: Messergebnisse sollten ohne manuelle Übertragung in LIS, KIS oder eine POCT-Managementlösung gelangen. Gängige Schnittstellen sind HL7 und POCT1-A. Auch die Kosten für Middleware und Schnittstellenanbindungen sollten frühzeitig berücksichtigt werden.

Service: Im Störungsfall zählt vor allem eine schnelle Unterstützung. Klären Sie vorab Wartungsintervalle, Verfügbarkeit von Ersatzgeräten, Update-Konzepte und vertraglich zugesicherte Serviceleistungen.

Qualitätskontrolle: Was die RiliBÄK verlangt

In Deutschland regelt die RiliBÄK (Teil B 1) die Qualitätssicherung bei Blutgasanalysen. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt unter anderem vom eingesetzten Gerätekonzept ab. Manche Systeme führen einen Teil der Kontrollen automatisiert durch, bei anderen müssen sie häufiger manuell geplant und dokumentiert werden. Der Aufwand für die Qualitätssicherung sollte daher schon bei der Auswahl eines BGA-Geräts berücksichtigt werden.

AnforderungTischgerät (Benchtop)Unit-use-System in der patientennahen Sofortdiagnostik
Interne Kontrollebeim Start des Messverfahrens; an Messtagen mindestens 2-mal in 24 Stunden, spätestens nach 16 Stundennach Herstellervorgabe; mit täglichen elektronischen bzw. physikalischen Standards oder integrierter Funktionsprüfung mindestens 1-mal pro Woche, in der Patientenproben gemessen werden
Kontrolle nach Eingriffennach Neustart, Kalibration durch den Anwender, Wartung oder Reparatur und Reagenzchargenwechselnach Kalibration durch den Anwender, Wartung oder Reparatur und Reagenzchargenwechsel
Kontrollprobenzwei Konzentrationsbereiche im Wechsel, soweit verfügbarzwei Konzentrationsbereiche im Wechsel, soweit verfügbar
Monatliche Auswertungja, pro Kontrollperiode (in der Regel ein Kalendermonat)entfällt
Ringversucheeinmal pro Quartal je Messgröße und Standortentfallen im Krankenhaus, wenn das Zentrallabor die interne Qualitätssicherung verantwortet und die Messgröße selbst bestimmt; entfallen in Praxen und medizinischen Diensten ohne Zentrallabor, Teilnahme wird empfohlen
DokumentationAufbewahrung 5 JahreAufbewahrung 5 Jahre

Quelle: RiliBÄK Teil B 1, Abschnitte 2.1.1, 2.1.3, 2.1.5 und 2.2 (Fassung vom 14.04.2023).

Was das für die Auswahl eines BGA-Geräts bedeutet:

  • Benchtop-Systeme: Lassen Sie sich zeigen, welche Qualitätskontrollen automatisch durchgeführt und dokumentiert werden. Der Automatisierungsgrad kann den laufenden Aufwand deutlich beeinflussen.

  • Unit-use-Systeme: Klären Sie mit dem Anbieter, ob die integrierten Prüfmechanismen die geforderten Kontrollmaßnahmen abdecken.

  • Laufende Kosten: Qualitätskontrollen verursachen Verbrauchskosten. Bei Unit-use-Systemen wird dafür in der Regel eine zusätzliche Kartusche benötigt, die in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einfließen sollte.

Für Anwender in Österreich und der Schweiz gelten abweichende nationale Vorgaben zur Qualitätssicherung.

Was kostet ein BGA-Gerät?

GerätetypAnschaffung (Orientierung)Kosten pro Test (Orientierung)
Mobiles BGA-Gerät / Unit-useca. 4.000–9.000 €ca. 4–12 €
Tischgerät (Benchtop)ca. 15.000 €ca. 1 € bei guter Auslastung

Orientierungswerte, Stand Oktober 2026. Tatsächliche Preise hängen von Ausstattung, Vertragsmodell, Abnahmemenge und Service ab.

Der Anschaffungspreis macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Im laufenden Betrieb kommen weitere Faktoren hinzu:

  • Verbrauchsmaterialien wie Kartuschen, Kassetten und Kalibrierlösungen

  • Materialverluste durch abgelaufene Reagenzien oder Kartuschen

  • Qualitätskontrollen einschließlich Kontrollmaterial, Ringversuchen und Personalaufwand

  • Wartungs- und Serviceleistungen sowie gegebenenfalls Ersatzteile

  • Kosten für die Anbindung an LIS, KIS oder ein POCT-Datenmanagementsystem

  • Einweisungen und Schulungen der Anwender

  • Anforderungen an Lagerung, Stellfläche sowie Strom- und Netzwerkanschluss

Für die Wirtschaftlichkeitsbewertung eines BGA-Geräts ist daher weniger der Gerätepreis entscheidend als die Kosten pro verwertbarem Messergebnis über die gesamte Einsatzdauer.

Kauf, Leasing oder Reagenzienmiete?

ModellSo funktioniert esDarauf sollten Sie achten
KaufGerät gehört der Einrichtung, Verbrauchsmaterial wird separat bezogenPreisbindung für Verbrauchsmaterial über die Laufzeit
Leasing oder RatenkaufAnschaffung verteilt auf feste MonatsratenRestwert, Laufzeit, was bei Defekt passiert
ReagenzmieteGerät wird gestellt, bezahlt wird über das VerbrauchsmaterialMindestabnahme, Preis pro Test bei sinkender Testzahl, Kündigungsfristen

Unabhängig vom Vertragsmodell gelten die Anforderungen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung, beispielsweise für Einweisungen, Dokumentation und vorgeschriebene Prüfungen. Vor Vertragsabschluss sollte daher festgelegt werden, welche Aufgaben die Einrichtung übernimmt und welche Leistungen vom Anbieter erbracht werden.

BGA in der Praxis abrechnen: EBM und GOÄ

Für die Abrechnung einer Blutgasanalyse bei gesetzlich Versicherten kommen je nach Fachgruppe unterschiedliche EBM-Ziffern infrage:

  • Arztgruppenspezifische GOP können beispielsweise von Kinder- und Jugendärzt:innen sowie Fachärzt:innen für Innere Medizin, darunter Pneumolog:innen, genutzt werden.

  • GOP 32247 gehört zum Abschnitt „Spezielle Laboruntersuchungen“ und ist arztgruppenübergreifend vorgesehen. Für Leistungen aus diesem Abschnitt ist häufig eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung erforderlich.

Für Hausarztpraxen existiert keine eigene EBM-Ziffer für die Blutgasanalyse. Wer die Anschaffung eines BGA-Geräts plant, sollte daher vorab mit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung klären, welche Abrechnungsmöglichkeiten im jeweiligen Fall bestehen.

AbrechnungZifferHinweis
EBM, Kinder- und JugendmedizinGOP 0453684 Punkte, 10,70 €
EBM, fachärztliche Innere MedizinGOP 13256, 13661je 84 Punkte, 10,70 €; 13661 Pneumologie
EBM, arztgruppenübergreifendGOP 322479,50 € (seit 01.01.2025); Genehmigung der KV prüfen
GOÄNr. 3710pH, pCO₂, pO₂ und Hämoglobin sind damit abgegolten; Nr. 614 (transkutane pO₂-Messung) nicht zeitgleich berechnungsfähig

EBM-Beträge nach Übersicht der KV Bayerns, Stand Oktober 2026; regionale Abweichungen möglich. Alle genannten GOP schließen die Berechnung der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung aus. Orientierung, keine Abrechnungsberatung.

In Österreich hängt die Vergütung vom jeweiligen Kassenvertrag ab. Ansprechpartner sind die Ärztekammer oder die Landesstelle der ÖGK. In der Schweiz gilt die Eidgenössische Analysenliste (EAL) mit eigener Auswahl für das Praxislabor. Prüfen Sie vorab, ob die BGA darunter fällt.

Vor der Angebotsanfrage prüfen

Für eine Vergleichsanfrage sollten vorab möglichst viele Rahmenbedingungen feststehen:

  • Einsatzort, Nutzerkreis und erwartetes Messaufkommen einschließlich Spitzenzeiten

  • Benötigte Parameter, Probenarten und erforderliches Probenvolumen, insbesondere in Pädiatrie und Neonatologie

  • Einbindung von Labor beziehungsweise POCT-Koordination, Medizintechnik, IT und Einkauf

  • Klärung der Anbindung an LIS, KIS oder ein POCT-Managementsystem

  • Festgelegte Prozesse für Qualitätskontrolle und Dokumentation

  • Planung von Lagerung und Logistik für Verbrauchsmaterialien

  • Abklärung der Abrechnung mit Kassenärztlicher Vereinigung oder anderen Kostenträgern

  • Einheitliche Vorgaben für alle Anbieter, beispielsweise zu Messaufkommen, Vertragslaufzeit, IT-Anbindung und Serviceumfang

  • Möglichkeit einer Teststellung unter realen Einsatzbedingungen

  • Vergleich der Angebote auf Basis der Gesamtkosten pro verwertbarem Messergebnis statt allein nach Anschaffungspreis

Auf Diagnoodle lassen sich BGA-Geräte nach technischen Merkmalen und Einsatzbereich filtern. Darüber hinaus stehen Produktunterlagen sowie die Möglichkeit zur unverbindlichen Angebotsanfrage zur Verfügung. 

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich ein Tischgerät statt eines Unit-use-Systems?

Wenn die Kassette in ihrer Standzeit gut ausgelastet wird. Eine feste Messzahl als Grenze gibt es nicht. Stellen Sie die Fixkosten der Kassette inklusive Kontrollen den Kartuschenkosten bei Ihrem realen Aufkommen gegenüber. Die meisten Anbieter rechnen das auf Basis Ihrer Messzahlen vor.

Einweisung aller Anwender nach Medizinprodukte-Betreiberverordnung, einen festen Ablauf für die interne Qualitätskontrolle nach RiliBÄK mit Dokumentation, die Lagerung der Kartuschen und die Klärung der Abrechnung mit der KV.

Auf diagnoodle.com finden Sie stationäre und mobile BGA-Geräte mit technischen Daten, Produktunterlagen und der Möglichkeit, unverbindliche Angebote direkt bei den Anbietern anzufragen.

Quellenweil es uns um die Fakten geht 9 Fachquellen
  1. Luppa PB et al. (Hrsg.): POCT – Patientennahe Labordiagnostik, Kap. 13. Springer 2025.
  2. Schwarzer P et al.: Discrepant post filter ionized calcium concentrations… in CRRT. Crit Care 2015.
  3. Zavorsky GS et al.: Arterial versus capillary blood gases: a meta-analysis. Respir Physiol Neurobiol 2007.
  4. Möckel M, Luppa PB: Why hemolysis detection should be an integral part of any near-patient blood gas analysis. J Lab Med 2021.
  5. Van Hoof V et al.: FMEA at the preanalytical phase for POCT blood gas analysis. Clin Chem Lab Med 2022.
  6. Bundesärztekammer: RiliBÄK, Stand 04/2023.
  7. Bundesärztekammer: Berechnung der Blutgasanalyse (GOÄ). Abrechnungsempfehlung.
  8. Kassenärztliche Vereinigung Bayerns: EBM-Übersicht der Gebührenordnungspositionen. 2026.
  9. Kassenärztliche Vereinigung Bayerns: Weiterentwicklung Labor – Bewertungsänderungen ab 1. Januar 2025. 2024.