AFIAS-6 & AFIAS-10: Wann lohnt sich mehr Durchsatz?

Das AFIAS-6 ist ein automatisiertes Point-of-Care-Diagnostiksystem für Einrichtungen, in denen mehrere Proben parallel verarbeitet werden sollen. Im Vergleich zu kleineren Systemen wie dem AFIAS-1 oder AFIAS-3 liegt der Schwerpunkt hier stärker auf höherem Durchsatz, effizienteren Abläufen und einer besseren Integration in Umgebungen mit regelmäßigem Testaufkommen.

Innerhalb der AFIAS-Serie nimmt das AFIAS-6 damit eine wichtige Zwischenposition ein. Es richtet sich an Anwender, für die ein Einzelplatz- oder Dreifachsystem nicht mehr ausreicht, die aber nicht zwingend den maximalen Ausbau eines größeren Systems benötigen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann das AFIAS-6 sinnvoll ist, wie es sich vom AFIAS-10 unterscheidet und für welche Einrichtungen sich ein höherer Durchsatz tatsächlich lohnt.

Einen Überblick über die gesamte AFIAS-Serie finden Sie auch im Beitrag „AFIAS Systeme im Überblick: Geräte, Tests und Unterschiede“.

Was ist das AFIAS-6?

Das AFIAS-6 ist ein Analysegerät der AFIAS-Plattform von Boditech für die quantitative Bestimmung verschiedener klinischer Parameter direkt vor Ort. Wie andere Systeme der Serie basiert es auf der Fluoreszenz-Immunoassay-Technologie und ermöglicht standardisierte Messabläufe im professionellen Point-of-Care-Einsatz.

Der wesentliche Unterschied zu kleineren AFIAS-Systemen liegt in der Zahl der verfügbaren Messplätze. Das AFIAS-6 ist auf parallele Analysen ausgelegt und eignet sich damit besonders für Einrichtungen, in denen Proben nicht nur vereinzelt, sondern regelmäßig in höherer Taktung bearbeitet werden.

Damit wird auch deutlich, dass das AFIAS-6 nicht primär für gelegentliche Einzelmessungen gedacht ist. Seine Stärke liegt vielmehr dort, wo Arbeitsabläufe strukturiert, mehrere Patienten nacheinander betreut und diagnostische Prozesse effizient organisiert werden müssen.

Für wen eignet sich das AFIAS-6?

Das AFIAS-6 eignet sich vor allem für Einrichtungen mit mittlerem bis höherem Probenaufkommen. Dazu zählen größere Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren, Ambulanzen, Apotheken mit erweitertem diagnostischem Angebot oder klinische Bereiche, in denen Point-of-Care-Analysen regelmäßig durchgeführt werden.

Relevant wird das AFIAS-6 insbesondere dann, wenn ein kompakteres System zu Engpässen führt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn mehrere Proben am selben Vormittag anfallen, verschiedene Parameter parallel bestimmt werden sollen oder ein reibungsloser Ablauf ohne lange Wartezeiten wichtig ist.

Gerade in solchen Situationen kann ein System mit höherem Durchsatz helfen, diagnostische Prozesse besser an den tatsächlichen Arbeitsalltag anzupassen. Das AFIAS-6 ist deshalb vor allem für Einrichtungen interessant, die ihre Point-of-Care-Diagnostik nicht nur punktuell, sondern strukturiert und regelmäßig nutzen.

AFIAS Systeme im Überblick

Wann lohnt sich mehr Durchsatz?

Mehr Durchsatz lohnt sich nicht automatisch. Entscheidend ist immer, ob der tatsächliche Bedarf einer Einrichtung dies rechtfertigt. Ein größeres System ist nur dann sinnvoll, wenn die zusätzliche Kapazität im Alltag wirklich genutzt wird.

Ein Diagnostiksystem für bis zu 6 gleichzeitige Messungen kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn:

  • regelmäßig mehrere Proben in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen

  • Wartezeiten für Patienten oder Mitarbeitende reduziert werden sollen

  • mehrere Parameter parallel oder eng getaktet bestimmt werden

  • Point-of-Care-Diagnostik fest in bestehende Abläufe integriert ist

  • das Testaufkommen perspektivisch steigt

In Einrichtungen mit wenigen Einzelmessungen pro Tag wäre ein solches System häufig nicht die wirtschaftlich oder organisatorisch naheliegendste Wahl. Dort kann ein kompakteres Gerät besser passen. Sobald jedoch Parallelisierung und Prozesssicherheit im Alltag wichtiger werden, gewinnt das AFIAS-6 deutlich an Relevanz.

Welche Tests sind mit dem AFIAS-6 möglich?

Wie andere Systeme der AFIAS-Serie nutzt auch das AFIAS-6 das Testmenü der AFIAS-Plattform. Dazu gehören Parameter aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern, etwa aus der Kardiologie, Infektionsdiagnostik, Endokrinologie oder weiteren labornahen Bereichen.

In der Praxis sind zum Beispiel Marker wie CRP, Troponin, NT-proBNP, D-Dimer, HbA1c, TSH oder Vitamin D relevant. Dadurch lässt sich das AFIAS-6 in unterschiedlichen Versorgungssettings einsetzen, je nachdem, welche diagnostischen Fragestellungen vor Ort bearbeitet werden sollen.

Wichtig ist dabei: Die Unterschiede zwischen den AFIAS-Systemen liegen nicht primär im Testmenü, sondern vor allem im Durchsatz und in der Anzahl paralleler Messungen. Wer das AFIAS-6 auswählt, entscheidet sich daher weniger für andere Parameter als vielmehr für eine andere organisatorische Leistungsfähigkeit.

Wie funktioniert der Analyzer im Alltag?

Die AFIAS-Plattform mit 6 Analyseplätzen arbeitet mit einem standardisierten Messablauf. Nach der Probenentnahme wird die Probe auf die jeweilige Testkassette aufgebracht und in das System eingebracht. Die Analyse erfolgt automatisiert, sodass nach kurzer Zeit ein quantitatives Ergebnis vorliegt.

Im Alltag ist dabei vor allem relevant, dass sich mit dem AFIAS-6 mehrere Messungen strukturierter organisieren lassen als mit kleineren Systemen. Gerade bei höherem Testaufkommen kann dies dazu beitragen, Abläufe planbarer zu machen und den diagnostischen Prozess besser in bestehende Routinen einzubetten.

Für Einrichtungen, die Point-of-Care-Diagnostik regelmäßig einsetzen, ist nicht nur die einzelne Messung entscheidend, sondern die Frage, wie stabil und effizient das gesamte System im Tagesablauf funktioniert. Genau an diesem Punkt spielt das AFIAS-6 seine Stärke aus.

AFIAS-6 vs. AFIAS-10: Wo liegt der Unterschied?

Beide Analyzer sind auf höheren Durchsatz ausgelegt. Beide Systeme richten sich also an Einrichtungen, in denen mehrere Proben parallel verarbeitet werden sollen. Der Unterschied liegt vor allem im Ausmaß der benötigten Kapazität.

Das AFIAS mit 6 Messplätzen eignet sich eher für Umgebungen, in denen ein spürbar höherer Durchsatz erforderlich ist, ohne dass bereits die größtmögliche Systemgröße benötigt wird. Das AFIAS-10 ist dagegen stärker auf Situationen ausgerichtet, in denen sehr viele Proben gleichzeitig verarbeitet oder besonders hohe Anforderungen an die Parallelisierung gestellt werden.

Vereinfacht gesagt:

  • AFIAS-6: sinnvoll bei mittlerem bis höherem Probenaufkommen

  • AFIAS-10: sinnvoll bei sehr hohem Probenaufkommen oder stärker zentralisierten Strukturen

Für viele Einrichtungen dürfte das AFIAS-6 daher die realistischere Wahl sein, wenn ein Einzelplatz- oder Dreifachsystem nicht mehr ausreicht, aber noch kein maximaler Ausbau notwendig ist.

Wann ist das AFIAS-10 sinnvoller?

Das AFIAS-10 kann dann sinnvoll sein, wenn diagnostische Prozesse in besonders hoher Taktung ablaufen oder wenn eine Einrichtung ihre Point-of-Care-Struktur zentralisiert organisiert. Das betrifft zum Beispiel größere klinische Umgebungen oder Strukturen mit konstant hohem Probenaufkommen.

Auch wenn bereits absehbar ist, dass die Zahl der Messungen weiter steigt, kann ein größer dimensioniertes System strategisch relevant werden. Entscheidend ist aber auch hier nicht die maximale technische Leistung allein, sondern die Passung zum tatsächlichen Bedarf.

Nicht jede Einrichtung profitiert automatisch vom größten verfügbaren System. In vielen Fällen ist das AFIAS-6 gerade deshalb interessant, weil es einen höheren Durchsatz ermöglicht, ohne unmittelbar in die größte Systemkategorie zu wechseln.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Bei der Auswahl zwischen den Systemen sollte nicht nur auf die Zahl der Messplätze geschaut werden. Wichtiger ist die Frage, wie das System in die tatsächlichen Abläufe der eigenen Einrichtung passt. Relevant sind unter anderem:

  • das durchschnittliche tägliche Probenaufkommen

  • die Notwendigkeit paralleler Messungen

  • die Taktung im Patientenfluss

  • der organisatorische Aufbau der Einrichtung

  • geplante Erweiterungen des diagnostischen Angebots

Gerade bei der Auswahl eines Systems mit höherem Durchsatz ist eine neutrale Einordnung sinnvoll. Denn nicht immer ist das größere Gerät automatisch die passendere Lösung. Häufig ist entscheidend, welches System den konkreten Arbeitsalltag am besten unterstützt.

AFIAS-6 auf Diagnoodle vergleichen und Angebot anfragen

Wenn Sie prüfen möchten, ob das Diagnostiksystem für bis zu 6 gleichzeitige Messungen zu den Anforderungen Ihrer Einrichtung passt, finden Sie auf Diagnoodle weiterführende Informationen zu AFIAS-Systemen, verfügbaren Parametern und typischen Einsatzbereichen.

Dort lassen sich Systeme strukturiert vergleichen und in ihren jeweiligen Anwendungskontext einordnen. So wird schneller erkennbar, ob ein AFIAS-6 ausreicht oder ob ein AFIAS-10 für die eigene Struktur relevanter ist.

Fazit: Wann lohnt sich das AFIAS-6?

Das AFIAS-6 lohnt sich insbesondere für Einrichtungen, in denen mehrere Proben regelmäßig parallel oder eng getaktet verarbeitet werden müssen. Es richtet sich an Anwender, die mehr Kapazität benötigen als bei kleineren AFIAS-Systemen, aber nicht zwingend ein maximal ausgebautes Hochdurchsatzsystem suchen. Damit ist das AFIAS-6 vor allem für größere Praxen, MVZ, Apotheken mit erweitertem Testangebot und bestimmte klinische Strukturen interessant. Das AFIAS-10 wird dagegen eher dann relevant, wenn das Probenaufkommen noch höher ist und eine besonders starke Parallelisierung erforderlich wird. Wer ein AFIAS-System auswählt, sollte daher nicht primär nach der größtmöglichen Gerätekategorie entscheiden, sondern nach der Frage, welcher Durchsatz im eigenen Alltag tatsächlich sinnvoll ist.

Frequently Asked Questions (FAQs)

Was ist das AFIAS-6?

Das AFIAS-6 ist ein automatisiertes Point-of-Care-Diagnostiksystem der AFIAS-Serie für Einrichtungen mit höherem Testaufkommen und Bedarf an parallelen Messungen.

Das AFIAS-System mit 6 Testkanälen eignet sich insbesondere für größere Praxen, MVZ, Apotheken mit erweitertem Testangebot und klinische Bereiche mit regelmäßigem Probenaufkommen.

Mit den 6 Analysenplätzen können verschiedene AFIAS-Parameter bestimmt werden, zum Beispiel CRP, Troponin, NT-proBNP, D-Dimer, HbA1c, TSH oder Vitamin D.

Der wichtigste Unterschied zwischen AFIAS-6 und AFIAS-10 liegt im Durchsatz. Das AFIAS-10 ist für noch höhere Anforderungen an die Parallelisierung ausgelegt.

Ein System dieser Art lohnt sich vor allem bei sehr hohem Probenaufkommen oder in zentral organisierten Point-of-Care-Strukturen mit entsprechendem Bedarf.

Die Kosten für ein AFIAS-6 hängen von Anbieter, Konfiguration und Rahmenbedingungen ab. Auf Diagnoodle können Sie ein unverbindliches Angebot für Ihre Einrichtung anfragen.