Diagnoodle Blog Home > Kardiologie > CKMB-Test
Hinweis: Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an medizinische Fachkreise.
Der CKMB-Test ist ein etablierter Laborparameter zur Beurteilung von Myokardschäden. Auch wenn hochsensitive Troponine heute den diagnostischen Goldstandard darstellen, wird dieser kardiale Marker weiterhin gezielt eingesetzt. Insbesondere im Point-of-Care-Setting spielt er bei Verlaufskontrollen, Re-Infarkt-Fragestellungen und perioperativen Situationen eine ergänzende Rolle.
Dieser Artikel bietet eine strukturierte, evidenzbasierte Übersicht zum CKMB-Test, mit besonderem Fokus auf den Einsatz am Point of Care. Er richtet sich an Healthcare Professionals, die den CKMB-Test klinisch einsetzen oder POCT-Systeme vergleichen möchten.
Der CKMB-Test misst die Konzentration des Isoenzyms Creatinkinase-MB (CK-MB) im Blut. CK-MB kommt überwiegend im Herzmuskel vor und wird bei einer Schädigung des Myokards in den Blutkreislauf freigesetzt.
Der CKMB-Test dient der Erkennung und zeitlichen Einordnung von Myokardschäden. Historisch war er ein zentraler Marker in der Infarktdiagnostik. Heute wird er vor allem ergänzend eingesetzt, wenn der zeitliche Verlauf der Marker diagnostisch relevant ist.
Die klinische Bedeutung des CKMB-Tests ergibt sich aus seiner charakteristischen Kinetik. CK-MB steigt nach einer Myokardschädigung relativ früh an und fällt deutlich schneller wieder ab als Troponin.
Dadurch eignet sich der CKMB-Test insbesondere für:
die Abklärung von Re-Infarkten,
die Verlaufskontrolle nach kardialen Eingriffen,
die Differenzierung neuer Ereignisse bei bereits erhöhtem Troponin.
Die Aussagekraft des CKMB-Tests ist stets im Zusammenhang mit Klinik, EKG und weiteren Laborparametern zu interpretieren [Apple 2017].
Nach einem akuten Myokardinfarkt zeigt CK-MB einen typischen zeitlichen Verlauf:
Anstieg nach etwa 3 bis 6 Stunden
Maximale Werte nach 12 bis 24 Stunden
Normalisierung innerhalb von 48 bis 72 Stunden
Diese kurze Persistenz im Blut ist der wesentliche Unterschied zu Troponin, das über mehrere Tage erhöht bleiben kann. Der CKMB-Test erlaubt dadurch eine zeitliche Zuordnung von Myokardschäden, was insbesondere bei seriellen Messungen klinisch relevant ist.
Die Bestimmung von CK-MB am Point of Care ermöglicht die schnelle Bestimmung direkt am Patientenbett. Ergebnisse stehen in der Regel innerhalb weniger Minuten zur Verfügung und können unmittelbar in therapeutische Entscheidungen einfließen.
Typische Einsatzbereiche sind:
Notaufnahmen
Intensivstationen
Katheterlabore
perioperative Settings
Einrichtungen ohne sofortigen Laborzugang
Der Nutzen des CKMB-Tests am Point of Care liegt vor allem in der Zeitersparnis, der Verfügbarkeit für Verlaufsmessungen und der unmittelbaren klinischen Interpretation.
Am Markt sind verschiedene POCT-Systeme verfügbar, die den CKMB-Test anbieten. Je nach System wird CK-MB als Einzelparameter oder im Rahmen eines Multimarker-Panels gemessen.
Die Systeme unterscheiden sich unter anderem in:
Messprinzip
Kartuschen- oder Kassettenkonzept
Durchsatz
Konnektivität (z. B. HL7, POCT1-A)
Für Healthcare Professionals ist eine strukturierte Übersicht entscheidend, um CKMB-POCT-Systeme vergleichen und bewerten zu können. Auf Diagnoodle finden Sie eine herstellerunabhängige Übersicht verfügbarer CKMB-Testsysteme inklusive technischer Daten und Studien.
Moderne CKMB-POCT-Systeme verwenden überwiegend immunologische Mass-Assays. Dabei wird die Konzentration der CK-MB-Masse gemessen, was eine höhere Spezifität bietet als ältere Aktivitätsmessungen.
Die Ergebnisqualität hängt unter anderem ab von:
Kalibrierung und Qualitätskontrollen
Probenhandling
Gerätestabilität
Mass-Assays gelten heute als Standard für den CKMB-Test im Point-of-Care-Bereich (Wu et al., 2018).
Der CKMB-Test am Point of Care bietet mehrere praktische Vorteile im klinischen Alltag:
schnelle Ergebnisverfügbarkeit
gute Eignung für serielle Verlaufskontrollen
Integration in Multimarker-POCT-Systeme
Unterstützung zeitkritischer Entscheidungen
Gerade in Kombination mit anderen kardialen Markern kann der CKMB-Test wertvolle Zusatzinformationen liefern.
Trotz seiner Vorteile weist der CKMB-Test klare Limitationen auf. Die kardiale Spezifität ist geringer als bei Troponin, da CK-MB auch bei Skelettmuskelschäden, Traumata oder intensiver körperlicher Belastung erhöht sein kann.
Aktuelle Leitlinien empfehlen den CKMB-Test nicht zur Primärdiagnose des Myokardinfarkts. Die European Society of Cardiology sieht ihn lediglich als ergänzenden Marker in ausgewählten klinischen Situationen.. Ein isolierter CKMB-Wert ist daher nicht ausreichend für eine Diagnosestellung.
Im Vergleich zu anderen kardialen Biomarkern zeigt sich ein klares Bild:
Troponin I/T: höchste Spezifität, Goldstandard
CKMB-Test: ergänzende Rolle, besonders bei Verlaufskontrollen
Myoglobin: sehr früh, aber unspezifisch
BNP / NT-proBNP: Marker für kardialen Wandstress und Herzinsuffizienz, nicht geeignet zur Detektion von Myokardschäden
Direkte Vergleichsstudien zwischen CKMB-POCT-Systemen und hochsensitiven Troponin-POCT-Systemen sind begrenzt. Die Aussagekraft hängt stark vom jeweiligen System und der klinischen Fragestellung ab.
Die CK-MB-Bestimmung ist heute kein primärer Marker der Infarktdiagnostik, besitzt aber weiterhin eine klar definierte ergänzende Rolle.Besonders bei Verlaufskontrollen, Re-Infarkt-Fragestellungen und perioperativen Situationen liefert der CKMB-Test wertvolle Zusatzinformationen. Für Healthcare Professionals ist entscheidend, den CKMB-Test gezielt, leitlinienkonform und im klinischen Kontext einzusetzen. Eine fundierte Übersicht verfügbarer Tests unterstützt dabei eine sichere und nachvollziehbare Auswahl.
Der Test misst das Isoenzym Creatinkinase-MB, das überwiegend im Herzmuskel vorkommt.
Vor allem bei Verlaufskontrollen, Re-Infarkt-Verdacht und perioperativen Myokardschäden.
Heute nicht mehr primär. Er ergänzt Troponin, ersetzt es aber nicht.
In der Regel innerhalb von 10 bis 15 Minuten.
Eine herstellerunabhängige Übersicht finden Sie auf Diagnoodle.
Die bereitgestellten Informationen sind ausschließlich für medizinisches Fachpersonal bestimmt. Sie dienen der neutralen, unabhängigen Information über Produkte und Studien im Bereich der In-vitro-Diagnostik. Eine individuelle Beratung oder Empfehlung erfolgt nicht. Alle Inhalte werden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit oder Richtigkeit. Die Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko, jegliche Haftung ist ausgeschlossen.