Diagnoodle Blog Home > Kardiologie > NT-proBNP-Test
Hinweis: Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an medizinische Fachkreise.
Atemnot gehört zu den häufigsten Symptomen in der Notaufnahme. Innerhalb weniger Minuten muss entschieden werden, ob eine akute Herzinsuffizienz vorliegt oder eine andere Ursache dahintersteckt. Genau in dieser Situation ist der NT-proBNP-Test am Point of Care zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Er liefert rasch belastbare Informationen, direkt am Patientenbett und unterstützt klinische Entscheidungen dort, wo jede Minute zählt.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie der NT-proBNP-Test funktioniert, welche Point-of-Care-Tests am Markt verfügbar sind, worin sich die Systeme unterscheiden und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt. Ziel ist es, Ihnen eine fundierte, unabhängige Entscheidungsgrundlage zu bieten und Orientierung in einem zunehmend komplexen POCT-Markt.
Der NT-proBNP-Test bestimmt die Konzentration des N-terminalen Fragments des pro-B-Typ-natriuretischen Peptids im Blut. Dieses Hormon wird freigesetzt, wenn das Herz durch Volumen- oder Druckbelastung beansprucht wird. Je höher die Belastung, desto höher in der Regel der NT-proBNP-Wert.
In der klinischen Praxis hat sich der NT-proBNP-Test insbesondere zur Diagnostik und Ausschlussdiagnostik der Herzinsuffizienz etabliert. Er wird eingesetzt bei Patient:innen mit akuter oder chronischer Dyspnoe, zur Risikostratifizierung, zur Therapiekontrolle und zunehmend auch zur Entscheidungsunterstützung in der Notfallmedizin. Der große Vorteil: Ein niedriger NT-proBNP-Wert kann eine Herzinsuffizienz mit hoher Sicherheit ausschließen.
Traditionell wurde NT-proBNP im Zentrallabor bestimmt. Das ist analytisch zuverlässig, kostet jedoch Zeit. Probenlogistik, Transport und Laborprozesse führen dazu, dass Ergebnisse oft erst nach 45 bis 90 Minuten vorliegen. In der Akutversorgung ist das häufig zu spät.
Der NT-proBNP-Test am Point of Care verlagert die Messung direkt an den Behandlungsort. Moderne POCT-Systeme liefern quantitative Ergebnisse innerhalb von 10 bis 15 Minuten. Dadurch können Therapieentscheidungen früher getroffen, Patient:innen schneller triagiert und unnötige diagnostische Schritte vermieden werden.
Gerade in der Notaufnahme, auf Intensivstationen oder in kardiologischen Ambulanzen ist diese Zeitersparnis klinisch relevant. Studien zeigen, dass Point-of-Care-NT-proBNP-Tests die Entscheidungsfindung beschleunigen und zur effizienteren Nutzung von Ressourcen beitragen können (Ceriello et al., 2023).
Der Markt für NT-proBNP-Tests ist heterogen. Grundsätzlich lassen sich drei Gruppen unterscheiden, die sich deutlich in Aussagekraft, Einsatzgebiet und technischer Ausstattung unterscheiden.
Im klinischen Umfeld dominieren heute quantitative Point-of-Care-Analyzer. Diese Systeme arbeiten kartuschen- oder kassettenbasiert und liefern numerische Messergebnisse, die mit Zentrallaborverfahren gut vergleichbar sind. Je nach System können Vollblut, Plasma oder Serum verwendet werden, häufig ohne aufwendige Probenvorbereitung.
Diese Geräte sind für den routinemäßigen Einsatz in der Notaufnahme oder auf Intensivstationen konzipiert. Viele bieten bereits Schnittstellen zu Krankenhaus- und Laborinformationssystemen, was eine dokumentationssichere Einbindung in bestehende Prozesse ermöglicht.
Daneben existieren qualitative oder semi-quantitative NT-proBNP-Schnelltests, die meist als Lateral-Flow-Assays ausgeführt sind. Sie sind einfach anzuwenden und benötigen keine Geräteinfrastruktur. Die Aussagekraft ist jedoch begrenzt, da häufig nur Schwellenwerte angezeigt werden und keine exakten Konzentrationen.
Solche Tests können in Settings mit sehr eingeschränkter Infrastruktur sinnvoll sein, eignen sich jedoch nicht für eine differenzierte Therapieentscheidung im Akutbereich. In Kliniken spielen sie daher eine untergeordnete Rolle.
Einige POCT-Plattformen integrieren NT-proBNP in ein größeres kardiologisches oder notfallmedizinisches Testpanel, häufig gemeinsam mit Troponin oder D-Dimer. Diese Systeme ermöglichen eine umfassende Akutdiagnostik mit einem einzigen Gerät, sind jedoch in der Regel mit höheren Kartuschenkosten verbunden.
Die Auswahl eines NT-proBNP-Tests sollte niemals ausschließlich preisgetrieben erfolgen. Entscheidend ist, wie gut das System in den klinischen Alltag passt. Eine zentrale Rolle spielen die analytische Qualität, die Messzeit, das benötigte Probenmaterial und die Möglichkeit zur Qualitätssicherung gemäß regulatorischer Vorgaben.
Ebenso wichtig ist die IT-Anbindung. Geräte ohne Anbindung an LIS oder KIS erzeugen zusätzlichen manuellen Dokumentationsaufwand und erhöhen das Fehlerrisiko. Gerade im Klinikbetrieb ist eine saubere digitale Integration heute ein entscheidendes Kriterium.
Die Plattform Diagnoodle hilft dabei, diese Aspekte systematisch zu vergleichen. Statt einzelner Herstellerinformationen erhalten Sie dort einen marktbasierten Überblick, ergänzt durch öffentlich zugängliche Studien und technische Daten.
Internationale Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) empfehlen die Bestimmung von NT-proBNP als initialen diagnostischen Test bei Patient:innen mit Symptomen, die auf eine Herzinsuffizienz hinweisen, um die Diagnose frühzeitig auszuschließen oder weiter abzuklären. Dazu zählt insbesondere die Abklärung von Patient:innen mit unklarer Dyspnoe. Insbesondere in der Notaufnahme hat sich der Biomarker als wertvolles Instrument zur schnellen Entscheidungsunterstützung etabliert. Ein früh verfügbarer NT-proBNP-Wert kann helfen, invasive oder kostenintensive Folgeuntersuchungen gezielter einzusetzen oder zu vermeiden.
Der Point-of-Care-Ansatz verstärkt diesen Nutzen, da er den Zeitfaktor entscheidend verkürzt und die Diagnostik näher an die klinische Entscheidung bringt.
Der Markt für NT-proBNP-POCT-Systeme wächst stetig. Unterschiede in Technologie, Messbereich, Probenmaterial und Konnektivität machen einen direkten Vergleich schwierig. Genau hier liegt die Stärke von Diagnoodle: Die Plattform bündelt Informationen, strukturiert sie und macht sie vergleichbar.
Für Ärzte, Einkäufer:innen, Laborleitungen und Medizintechnik bedeutet das weniger Rechercheaufwand und eine fundiertere Entscheidungsbasis, unabhängig von einzelnen Herstellern.
Der NT-proBNP-Test am Point of Care ermöglicht schnelle, evidenzbasierte Entscheidungen und trägt dazu bei, Versorgungsprozesse effizienter zu gestalten. Wer NT-proBNP-POCT-Systeme auswählt oder vergleichen möchte, sollte nicht nur auf Kosten, sondern auf klinische Relevanz, Performance und Integration achten.
Der NT-proBNP-Test misst die Konzentration des Biomarkers NT-proBNP im Blut, der bei erhöhter Belastung des Herzens freigesetzt wird. Er wird vor allem zur Diagnostik und Ausschlussdiagnostik der Herzinsuffizienz eingesetzt, insbesondere bei Patient:innen mit akuter oder chronischer Dyspnoe. Zusätzlich dient der NT-proBNP-Test der Risikostratifizierung und Therapiekontrolle in der Kardiologie.
Beim klassischen Labortest erfolgt die NT-proBNP-Bestimmung im Zentrallabor, was längere Turnaround-Zeiten mit sich bringt. Ein NT-proBNP-Test am Point of Care (POCT) wird direkt am Behandlungsort durchgeführt und liefert meist innerhalb von 10–15 Minuten ein quantitatives Ergebnis. Der POCT-Ansatz eignet sich besonders für Notaufnahmen und Intensivstationen, wo schnelle Entscheidungen erforderlich sind.
Am Markt sind verschiedene NT-proBNP-POCT-Systeme verfügbar, darunter quantitative Analyzer mit Kartuschen- oder Kassettentechnologie sowie einfache Schnelltests. In der klinischen Praxis werden überwiegend quantitative POCT-Geräte eingesetzt, da sie labornah messen und eine bessere Entscheidungsgrundlage bieten. Eine strukturierte Marktübersicht mit Filter- und Vergleichsfunktionen finden Sie auf Diagnoodle.
Ein NT-proBNP-Test am Point of Care ist besonders sinnvoll in der Notaufnahme, auf Intensivstationen und in kardiologischen Ambulanzen. Überall dort, wo Patient:innen mit unklarer Atemnot vorgestellt werden und schnelle diagnostische Entscheidungen notwendig sind, kann der POCT-Test einen zeitlichen und organisatorischen Vorteil gegenüber der Labordiagnostik bieten.
Bei der Auswahl eines NT-proBNP-Tests am Point of Care sollten neben den Kosten vor allem die analytische Performance, die Messdauer, das benötigte Probenmaterial sowie die IT-Anbindung an LIS oder KIS berücksichtigt werden. Auch Aspekte wie Qualitätssicherung und verfügbare Studien zur Testperformance spielen eine wichtige Rolle. Ein systematischer Vergleich verschiedener Tests erleichtert eine fundierte Kaufentscheidung.
Die bereitgestellten Informationen sind ausschließlich für medizinisches Fachpersonal bestimmt. Sie dienen der neutralen, unabhängigen Information über Produkte und Studien im Bereich der In-vitro-Diagnostik. Eine individuelle Beratung oder Empfehlung erfolgt nicht. Alle Inhalte werden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit oder Richtigkeit. Die Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko, jegliche Haftung ist ausgeschlossen.